07.11.2010 – Marathon in New York, ein ganz besonderes Erlebnis
Bericht von Beate Baier
Um 5.45 h war Abfahrt vom Hotel zum Startplatz in Staten Island. Ankunft um 7.00 h; nun ging alles ganz mechanisch: Marsch in die vorgegebene Zone, Abgabe des Kleiderbeutels, alles war bestens organisiert. Es war tierisch kalt, die mitgebrachte ausrangierte warme Jacke hat gute Dienste geleistet. Es gab heißen Tee zum Aufwärmen, der half zwar gegen die Kälte aber nicht gegen die Aufregung.
Es waren ziemlich alle Nationalitäten vertreten.

Start um 10.10 h (es war der zweite Start, der erste war um 9.45 h, der letzte um 10.40 h); wenig Gedränge, nochmals alles überprüfen: Schnürsenkel nochmals festzurren, Tape kon-trollieren, damit die Achillessehne hält, Stoppuhr überprüfen; stopp: nochmals in das Dixie-Häuschen – alles passte. Tolle Stimmung schon am Start, es ertönte laut Frank Sinatras New York, New York .... , danach Singen der Nationalhymne – sehr ergreifend. Der Startschuss fällt, ich lief los.
Zu Beginn wurde die Verrazano-Narrows Bridge von Staten Island nach Brooklyn überquert. Bereits nach der Brücke bei Meile zwei begann die motivierende Unterstützung und der Beifall der Zuschauer. Viele Musikgruppen unterschiedlicher Stilrichtungen unterstützten die Läufer auf der gesamten Strecke. Gleich nach der ersten Meile wusste ich, heute ist mein Tag. Ich ging alles ziemlich langsam an nach der Devise: „Genießen, schauen, staunen!" Der nicht enden wollende Jubel der Zuschauer motivierte mich dann zum Überholen auf der langen Strecke von Brooklyn bis zur Pulaski Bridge.
Ab Meile 3 gab es nach jeder Meile einen Getränkestand mit Wasser und Elektrolytgetränken.
Nach Überquerung der Pulaski Bridge erreichten wir den Stadtteil Queens und hatten bald die Halbmarathondistanz bei Meile 13,1 geschafft. Der East River trennt diesen Stadtteil von Manhattan, die Queensboro Bridge stellt die Verbindung her. In Manhattan führte die Strecke von der 59. Straße von Meile 16 bis ca. 19,5 auf der First Avenue nach Norden – auch hier war die Begeisterung und Motivation der Zuschauer unbeschreiblich – einfach super!
Von Meile 19,5 bis 21 ging es durch die Bronx , der Harlem River wurde zunächst auf der Willis Avenue Bridge und dann auf der Madison Avenue Bridge überquert. Ich war über-glücklich, dass es so gut lief.
Zurück in Manhattan ging es von Meile 21 bis fast 24 wieder geradeaus auf der Fifth Avenue, von weitem sah man das Empire State Building.
Bei Meile 24: Einlauf in den Central Park: Jetzt aber los und nochmals Gas geben.
Ich versuchte immer wieder umzurechnen in Kilometer –.
Auf einmal stand da noch 800 Meter, also richtige Meter – das sind zwei Sportplatzrunden! Jetzt aber Endspurt und nochmals anziehen, es ist bald geschafft. Mein Problemfuß war okay, stattdes¬sen schmerzte der rechte Fuß und der rechte Oberschenkel ein wenig! Aber da muss man durch. Einlauf in den Central Park – die Zuschauerunterstützung war nicht mehr zu toppen.
Geschafft! Das Ziel ist erreicht.
Die digitale Anzeige zeigt 4 : 27 h, meine Stoppuhr, die ich zu früh abdrückte zeigt 4 : 02 h, na was jetzt? Meine aktuelle Zeit erfuhr ich per sms: es war 3 : 59 : 46 h!!
Die 4 Stunden waren endlich geknackt. Ein unbeschreibliches Erlebnis!
Beate











