Sie sind hier: Silvesterlauf 2009

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Die detaillierten Ergebnisse unseres 29. Silvesterlaufes findet Ihr links im Menü unter "Silvesterlauf 2009".

Alternativ könnt Ihr diese auch direkt hier abrufen:

http://www.laufinfo.de/Laufen/ergebnis/2009/schiffer.htm

  

Aktuelle Artikel aus der Rheinpfalz vom 02.01.2010:

  1. Gemeinsam für guten Zweck
  2. Fast ein verhinderter Sieger

 

Und hier der Laufbericht von laufticker.de:
(Original mit weiteren Fotos hier nachzulesen, Text von Jürgen Binder)

 

Eve und Patrick mögen`s matschig

31. Dezember 2009 - In der Vorderpfalz, zwischen Ludwigshafen am Rhein und Speyer liegt das knapp 20000 Einwohner zählende Schifferstadt. Die Anfänge der kleinen Stadt mit dörflichem Charakter reichen zurück bis ins 6. Jahrhundert. Der Flößerei verdankt Schifferstadt seine Entstehung. Auf dem Rehbach wurde Holz zum Rhein geflößt. Der älteste Name „Sciffestad" bedeutet Floßgestade oder Stätte der Flößer, die Schiffer hießen. Über seine Grenzen hinaus erreichte der Ort erstmals im Jahre 1835 einen gewissen Bekanntheitsgrad. Damals wurde bei Schifferstadt der Goldene Hut entdeckt. Heute wird dieses bedeutende Fundstück aus der europäischen Bronzezeit im Historischen Museum Speyer ausgestellt.

 

 

Der wohl bekannteste Schifferstädter war die Ringerlegende Wilfried Dietrich. 1992, im Alter von 58 Jahren, erlitt der „Kran von Schifferstadt" einen Herzinfarkt, an dem er verstarb. Unvergessen bleibt der Heber, mit dem der Olympiasieger, Weltmeister und mehrfache Deutsche Meister bei den Olympischen Spielen 1972 in München den, fast das Doppelte wie er selbst wiegenden, amerikanischen 198 kg-Koloss Chris Taylor aus den Angeln hob und den wohl spektakulärsten Schultersieg in der neuzeitlichen Geschichte des Ringens landete. Auf nationaler Ebene rang Dietrich für den mehrmaligen deutschen Mannschaftsmeister VfK Schifferstadt.

In der Pfalz kennt man Schifferstadt auch wegen dem alljährlich im Juni stattfindenden Rettichfest zu dem eine Rettichpolka und das traditionelle Rettichboxen gehören. Seit 1920 wird der Rettichanbau in Schifferstadt gefördert und erlangte zunehmende Bedeutung für die heimische Landwirtschaft.

Zum 29. Mal hatte der LC Schifferstadt heuer zu einem Silvesterlauf eingeladen und zum 9. Mal geschah das unter der Regie von Markus Lehmann. Der gelegentliche Freizeitläufer ohne Wettkampfambitionen, hatte bereits als 23Jähriger den LCS-Vorsitz von seinem damaligen Chef übernommen. Anfangs griff ihm dieser noch kräftig unter die Arme, doch recht bald schon hatte sich der mittlerweile 32Jährige "freigeschwommen". Was die Ausrichtung des Silvesterlaufs anbelangt, kann er sich stets auf ein zuverlässiges Helferteam stützen und so konnte er auch in diesem Jahr gut seine Nerven schonen. Feuerwehr, Sanitätsdienst und 30 langjährige Helfer in bewährten kleinen Teams verstehen ihr Handwerk.

Das Drumherum zum Schifferstädter Silvesterlauf findet in der Wilfried-Dietrich-Halle im Süden Schifferstadts statt. Auf dem Freiluft-Programm stehen ein 1000 m-Schülerlauf ab 14:00 Uhr, der 10 km-Hauptlauf ab 14:15 Uhr und 7 km-Walking ab 14:30 Uhr.

In diesem Jahr lief die Veranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam für einen guten Zweck". Der Verkaufserlös von 100 T-Shirts, initiiert von den Schifferstädter Fußballvereinen FSV und Phönix, sowie die Startgebühren flossen dem Kinderhospiz „Sterntaler" im benachbarten Dudenhofen zu. Außerdem verzichteten viele Teilnehmer auch auf die Rückerstattung der Pfandgebühr für die Becher, in welche im Ziel der Tee eingeschenkt wurde. Insgesamt kamen so 2240 Euro zusammen.

Beim 10 km-Hauptlauf mit 786 Teilnehmern trat Patrick Klein vom TV Rheinau vom Start weg die Flucht nach vorne an. Als Grund dafür nannte er später seinen „miserablen Trainingszustand" und er wollte einfach so lange wie möglich so schnell wie möglich laufen. Das gelang ihm prächtig, denn er gab die Führung nicht mehr ab und lief nach 34:13 min als Erster ins Ziel. Seinen insgesamt 4. Sieg bei einem Silvesterlauf in Schifferstadt konnte der 34jährige Mannheimer somit feiern. Bis vor 2 Jahren noch hatte Patrick deutlich mehr trainiert und so an die 160 km pro Woche waren, gerade in Zeiten vor Marathons, keine Seltenheit. Seit 15 Monaten ist er jedoch glücklicher Papa und zwar so glücklich, dass ihm seine Freunde und Bekannten den Beinamen „Mama" gegeben haben. Viel Zeit verbringt Patrick mit seinem kleinen Sonnenschein Lisa und manchmal klappt das dann halt erst nach 20 Uhr mit dem Training, oder eben früh morgens schon um 5 Uhr. So kommen im Moment lange nicht die Trainingskilometer zustande um noch bessere Zeiten abzuliefern und Ehefrau Beate ist darüber gar nicht so unglücklich. Nichtsdestotrotz wird der als Leiter einer Spenglerei bei den Mannheimer Verkehrs- und Versorgungsbetrieben beschäftigte Industriemeister sein Training in den nächsten Monaten intensivieren müssen. Im Februar will er bei den Rhein-Neckar-Kreismeisterschaften im Crosslauf gut abschneiden und danach wird er den Metropolregion Rhein-Neckar-Marathoncup ins Visier nehmen. In südpfälzischen Kandel, in Bockenheim an der Weinstaße und in Mannheim/Ludwigshafen müssen dafür ein Halbmarathon und zwei Marathons absolviert werden.

Platz 2 bei der Silvester-Schlammschlacht in Schifferstadt, die Strecke war wegen Schnee, Tauwetter und Regen teilweise gewaltig aufgeweicht, ging an den Friedelsheimer Christian Dörr (2.M30) in 34:19 min, der am Ende gehörig Druck auf Patrick Klein ausübte.

Dritter in 35:13 min wurde M40-Sieger Dirk Butz von dem in Schifferstadt 18fach vertretenen TV Rheinau. Nachdem der regionale Spitzenläufer beruflich bedingt mehrere Jahre von der Wettkampf-Bildfläche abstinent war, mischt er seit 3 Jahren im Südwesten unserer Republik wieder kräftig mit.

Vierter in 35:55 min wurde Thomas Wittwer von der Laufgemeinschaft Mutterstadt-Limburgerhof. Den Sieger der männlichen Hauptklasse hatte es 2008 von Berufs wegen in die Vorderpfalz verschlagen. Dort schloss sich der inzwischen in Neuhofen heimisch Gewordene der LG MuLi an und läuft seither nicht schneller als die Polizei erlaubt. Schnell laufen können, ist in seinem Beruf nicht von Nachteil. Thomas ist „Freund und Helfer" beim Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen.

Das Sieger-Quintett vervollständigte der für den LC Haßloch startende Triathlet Thomas Heider (2.M40). Der gebürtige Ludwigshafener hatte vor erst 4 Tagen den Vorsilvesterlauf des Ludwigshafener Skiclubs über die 8888 m-Skiclubmeile gewinnen können.

Vor knapp 3 Wochen war Eve Rauschenberg vom TV Maikammer zum Auftakt der Rheinzaberner Winterlaufserie in persönlicher Bestzeit von 37:29 min als dritte Frau über 10 km ins Ziel gelaufen. Ihre 39:12 min-Siegerzeit zeugt somit von den schwierigen Bedingungen in Schifferstadt. Zwar war es mit Temperaturen knapp unter 10°C recht mild und fast windstill, doch Nieselregen und Matschpassagen auf der Strecke verhinderten Top-Zeiten.

Zu mehr als 80% verläuft die 10 km-Schleife bei Schifferstadt im Wald auf Naturwegen. Asphaltiert sind der Start- und Zielbereich und zwei Brücken, welche für die 15 Höhenmeter der Strecke ursächlich sind.

Sowohl Frauensiegerin Eve, als auch Herrensieger Patrick war das mit dem Matsch am Ende nicht nur egal, sie hatten sogar Gefallen daran gefunden. Die 35jährige Eve Rauschenberg wird nächste Woche über 15 km und Anfang Februar über 20 km bei der Rheinzaberner Winterlaufserie starten.

Zweite bei den Frauen wurde Marion Hebding von der starken Truppe des TV Rheinau in 40:39 min. Die W40-Siegerin wird demnächst dem heimischen Winter Richtung Persischer Golf entfliegen und am 22. Januar in Dubai am Marathon teilnehmen.

Platz 3 in 40:47 min ging an die für die SG Walldorf Astoria startende 24jährige Tochter von Hans Pfisterer. Dieser kann eine Marathon-Bestzeit von 2:16:36 h aus dem Jahre 1986 vorweisen und ist immer dabei, wenn Tochter Birgit bei Volksläufen aktiv ist. Wie sagt Hans immer so (un)schön? „Es ist ein Kreuz mit meinem Kreuz." Wegen chronischer Rückenbeschwerden hat der 57Jährige mittlerweile das ambitionierte Wettkampflaufen aufgegeben. Jetzt coacht er die Tochter und macht für sie ab und zu die Pace bei Wettkämpfen.

Zahlreich wie immer war die LG MuLi beim 10 km-Silvesterlauf in Schifferstadt vertreten. 51 Aktive, die großteils den Lauf gemeinsam im Plaudertempo joggten und etliche Begleitpersonen waren vor Ort, auch um nach dem Lauf in der Wilfried-Dietich-Halle nicht nur den Siegerehrungen beizuwohnen und sich an den angebotenen Kuchen, Brezeln und Würstchen zu laben, sondern um dort die letzten Weihnachtsplätzchen zu verzehren und sich gemeinsam auf den Silvesterabend einzustimmen. Das tut regelmäßig auch der TV Rheinau und so ist es dann immer ein recht stimmungsvolles Durcheinander aus roten Rheinauern und blauen MuLis und allen, die sich da sonst noch so dazu gesellen.

Letztmals als „Leit-MuLi" dabei war Hans-Jürgen Bentz, der Lauftreffleiter der überwiegend in Schifferstadt und den Nachbarorten Limburgerhof, Mutterstadt und Neuhofen beheimateten MuLis. Seit 8 Jahren gibt es die freie Laufgemeinschaft, die keinem Verband angehört. Hans-Jürgen Bentz war damals der Hauptinitiator um dem sich seither die MuLis scharen. 428 verschiedene Personen findet man in Ergebnislisten die in den letzten Jahren als Vereinsbezeichnung „LG MuLi" angegeben haben. Treu bleibt der 63Jährige seiner „Herde", dessen „Hege" künftig von einem kleinen Team übernommen wird, natürlich auch weiterhin.

Ein paar Minuten vor dem 10 km-Hauptlauf war vor der Wilfried-Dietrich-Halle der 13jährige Reuben Kunitz vom LC Haßloch in 3:23 min beim 1000 m-Lauf, an dem sich 48 Schülerinnen und Schüler beteiligt hatten, als Erster ins Ziel gespurtet. Schnellstes Mädchen auf der asphaltierten Wendpunktstrecke war die gleichaltrige Kyra Hochdörfer von der TSG Maxdorf in 3:42 min. Bei Hochdörfers in Ludwigshafen-Oppau dürfte es besonders hoch her gegangen sein am Silvesterabend. Nicht nur 800 m-Spezialistin Kyra, eine ambitionierte Nachwuchs-Leichtathletin, sondern auch ihre 15jährige Schwester und Vereinskameradin Laura belegte Platz 1. Laura, die 4 bis 5 Mal pro Woche, meistens begleitet von der Mutter, jeweils etwa 10 km Lauftraining absolviert, errang beim 10 km-Hauptlauf in 45:05 min den Sieg bei den Schülerinnen. Beide Mädchen besuchen das Wilhelm von Humboldt-Gymnasium in Ludwigshafen-Edigheim, trainieren tun sie getrennt.

48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 1000 m-Schülerlauf, 786 beim 10 km-Hauptlauf und 29 Walker über 7 km. Keine Panne, auch keine Verletzung durch umherfliegende Sektkorken, das große Kuchenbuffet komplett geplündert und am Ende die wie immer widerstandslosen Rheinauer und MuLis mit unübersehbarem Aufräumaktionismus als Letzte aus der Halle „gefegt". Markus Lehmann und seine kleinen Teams waren mit allen und allem hochzufrieden. Auf ein Neues in 365 Tagen!  

 

 

 
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